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Grafschaft Möringen * Mering und die Nibelungen
Quote23.10.2011 10:510 people like thisLike
 

Grafschaft Möringen * Mering und die Nibelungen * Hundeshagen'sche Nibelungenhandschrift * Augsburger Nibelungenhandschrift * Berlin

 

Wie in unserem Buch Tuonocgovve III bereits erwähnt, findet sich in den handschriftlichen Notizen im Nachlass von Bernhard  Helfrich v. Huundeshagen eine Randbemerkung, die er als Sicherung seines Originalfundes aufbewahrt hat. Die Notiz in kindlicher bzw. unbeholfener Schrift und lateinischer Sprache besagt "Liber Virginis glorifer ze Ebirbach hic est. Mar(i[gestr.]ce. Com.", zu deutsch "Dies ist das Buch der Jungfrau zu Ebirbach. Marce. Com.".

 

Ein Ort dieses Namens im Umfeld von Aichach, wo die Ilsungs Klosterstiftungen hatten und als Zeugen um 1024-1033 (Kunigunde post mortem Henrici) urkundlich verbürgt sind, ist das heutige Ebersbach-Weichs.

 

In der Kunigunden-Urkunde wird ein "Ilsunc" namentlich als Zeuge genannt:

 

'"Hora eciam ipsa, qua tradicio, ut dixi, sit peracta, prefatus Babo ab eadem i[m]peratrice Chundeguunda predii et manicipiorum ditatur investitura. Cuius investiure hii adducti sunt testes: Grimolt, Ilsunc, Rudolf." (Urkunde Heinrich II. Diplomata>Kundigunde Urkunden Nr. 1 Anno post.mortem Henrici

MGH Dipl. Kundigunde Nr.1, Staatsbibliothek Stuttgart )



Der Ort existierte bereits um 885 ("Ebersbach war damals Ort einer Verhandlung zwischen Bischof Erchanbert und einem gewissen Eraloh") (Hans Schertl, http://www.kirchenundkapellen.de/kirchen/ebersbach.php#1100) in der Zeit zwischen 1024 und 1031 dokumentieren die Urkunden Nr. 1416 und 1417 der Freisinger Traditionen die Existenz des Ortes: "Nach der erstgenannten Urkund tauschte der Edle Maganus mit einem Unfreien der Kirche namens Aripo ein Gut in Ebersbach gegen ein anderes Gut in Gundelshausen. Nach der zweiten Urkunde übergab der unfreie Priester Walto seinen Besitz zu Ebersbach/Heberesbach dem Bistum."  (Hans Schertl, http://www.kirchenundkapellen.de/kirchen/ebersbach.php#1100) und  eine Filialkirche ist um 1158 in einer Urkunde von Otto dem Großen erwähnt: "dos Ecclesiae quae est in praedio Decani Al.(berti) apud Edespach" (Schertl, ebd.).

 

Schreibweisen:

853 als Eparespah (Bach des Eberhard)

1158 Edespach

1524 Eberspach

 

 

 

 


Quote01.12.2011 22:360 people like thisLike
 

Unser Kurzvortrag zur Buchpräsentation von Hrn. Martin Schallermeir: HIER KLICKEN

Quote16.12.2011 01:240 people like thisLike
 

Unsere Recherchen haben nun endlich ergeben, dass sich (bislang) die wichtigsten Behauptungen der Ilsung-Chronik von Johann Melchior durch unabhängige und/oder frühmittelalterliche Quellen nachweisen lassen.

 

Neu sind:

 

"Adalbero und Marquardt von Mohingen" über ein (zuverlässig referiertes) Polling Dokument von ca 1030, als Zeugen

 

Ilesunc decanus und Ilesunc archidiaconus in Eichstetten um 1070

 

Wolfgang Lazius' Geschichte der Bayerischen Adelsgeschlechter (16. Jahrhundert)

beginnt seine Chronologie der Ilsungs mit Adalbero, dem Gründer des Klosters Kühbach und Probst seit 1011,

und beschreibt sie u.a. auf der Basis des Familienwappens als Verwandte der Wittelsbacher (bei Johann Melchior eigentlich richtiger Wittelsbacher und Bogen, ikonisch durch die ähnlichen Zacken aus blau-(weißen) Feldern).

 

Dass die Ilsungs die Klosterstifter waren, geht auch daraus zwingend hervor, dass Marquardt Ilsung als einziger Donator neben einer Gräfin in den Dokumenten des Klosters erscheint, die einen großen Teil ihres Besitzes über ihre Tochter im Fall von den Kinderlosigkeit dem Kloster vermacht, darunter den Ort Biberbach, aus dem nach Auskunst Johann Melchior Leopolt Ilsung (erster Abt von Wessobrunn) stammte und die vielleicht den Zweig der Familie darstellen, der später Anspruch auf das Meringer Schloss erhob (Mitt des 12. Jahrhunderts). Schenkungen waren in die feudale Ständeordnung eingebunden und nicht in beliebiger Weise erlaubt.

 

Noch vor Jahresende 2012 wird der erste Teil der diplomatischen Fassung mit Kommentar von der Chronik Jhann Melchior von Ilsungs erscheinen, ebenso ein Kurzbericht über die aktuelle Forschungslage.

 

 

 

 

 

 

 

Copyright © 2012 Dr. Ulrike Ritter Verlag