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TitleZur Ilsungischen Cronica von Johann Melchior von Ilsung (4° Cod Aug 228)
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Verlagsinformationen zum Titel 978-3-938791-45-5

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Zur Cronica von Johann Melchior von Ilsung Kommentarband 1

Zur Cronica von Johann Melchior von Ilsung Kommentarband 1

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Verlagsprospekt 2012

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Verlagsinformationen Pressetext zum Titel

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Description

Zur Ilsungischen Cronica von Johann Melchior von Ilsung (4° Cod Aug 228).

Bd. 1 Referierender Kommentar zum Vorwort und zur Genealogie bis zum Jahre 1193. ISBN 978-3-938791-45-5

Paperback

216 Seiten

 

Zur Ilsungischen Cronica von Johann Melchior von Ilsung 4 Cod Aug 228.

 

Im 17. Jahrhundert verfasste der Augsburger Johann Melchior von Ilsung eine Familienchronik, die "Ilsungische Cronica", die sorgfältig für jedes Familienmitglied Geburts-, Todesdatum und Nachkommenschaft auflistet. Zu den noch nachweisbaren Personen aus dem frühen Mittelalter und der Meringer Zeit referierte Johann Melchior von Ilsung nach bestem Wissen seinen Kenntnisstand.

 

Das vorliegende Buch "Zur Ilsungischen Cronica", der erste Band einer Reihe von Kommentaren zu der Chronik von Johann Melchior von Ilsung, geht diesen Überlieferungen kritisch nach und stellt sie in den Kontext der historischen Forschung. Der Rekurs der Geschichtsschreibung auf Urkunden des Mittelalters kennt keine überzeugende Methode zur Reidentifikation allgemeiner Personennamen und Nennungen, die im Mittelalter durch die gezielte Anheimstellung von Identität und Identifizierbarkeit an Gottes und Kaisers Gnaden gepflegt wurde. Namen waren, je berühmter, desto seltener singulär. Die Transkriptionen mittelalterlicher Handschriften in den gedruckten Text wichtiger Sammlungen geben Ortsnamen häufig abweichend wieder - das Ausmaß der legitimen Abweichung einzuschätzen, ist mitunter eine kaum in rationalen Kriterien verankerbare Entscheidung.

 

Hinzu kommt im besonderen Fall, dass die von Ilsungs sich um 1500 ihrer historischen Wurzeln im Meringer Landadel bewusst wurden und ihre Vorgeschichte teils rekonstruierten und durch Beglaubigungen absicherten, teils durch Kooperationen mit Historikern mitgestalteten - entweder von diesen scherzhaft verleitet oder diese sanft zur Betonung bestimmter Sachverhalte anhaltend.

 

Der Kommentarband stellt verfügbare und nachvollziehbare Dokumente zur früh- und hochmittelalterlichen Zeit der Ilsungs in Mering, dem damaligen Moeringen, vor und erläutert sie in diesem relativierenden Rahmen.

 

Es ergibt sich das Bild einer ertragreichen Koexistenz der berühmten, um weltliche Macht ringenden Fürstenfamilie der Welfen und der eindeutig geistlich orientierten Ilsungischen Grafen in Mering, und seiner Umgebung entlang der Paar, sowie im Donauraum zwischen Freising und Heidenheim, deren Familienmitglieder sich als Äbte und Pröbste bereits in den Frühzeiten der Christianisierung auszeichneten.

 

Der Ortschaft Mering kam somit in mehrfacher Hinsicht im Mittelalter derartige Bekanntheit zu, dass es mit Gewissheit mit dem Mering im Nibelungenvers 1591 identifiziert werden kann. Das früher von der Forschung als Nibelungen-Mering angenommene Großmehring existierte zum Zeitpunkt der Textentstehung noch nicht einmal. Alle Urkunden verbinden die Nennung der Ortschaft mit der Erwähnung der "berühmten Vorfahren", den Welfen. Zugleich waren "Adalbero et frater eius Marquart de Mohingen", die als Ilsungs von Moringen und Hohenried durch eine Zeugenurkunde mit Fürst Welf dem Älteren überliefert sind, um 1020 Gegenstand salischer Christianisierungspolitik. Adalbero und Marquardt Ilsung stifteten und versorgten über Mering und Hohenried nachweislich das nahegelegene Kloster Kühbach. Diese Funktion Merings für das Kühbacher Kloster ist über eine Urkunde für das Haus Wittelsbach 1208 verbürgt.

 

Im Fuldaer Kodex der Welfenchronik wird auch der Schwester von Welf II die Klostergründung Kühbach zugesprochen, sodass als deren Gatte Adalbero - so dessen Name laut Welfenchronik - ein gleichnamiger Ilsungischer Klosterprobst identifiziert werden kann.

Der Nachlass Hundeshagen wiederum enthält eine Notiz, die auf eine weibliche Besitzerin oder sogar Verfasserin der Hundeshagenschen Fassung des Nibelungenliedes hinweist.

 

Auch unabhängig von der Relevanz der Familiengeschichte für den bedeutensten Langtext des Mittelhochdeutschen, dem die Autorin des Kommentars in einem anderen Text (Tuonocgovve III, ISBN 978-3-938791-12-7) nachgegangen ist, bieten die Ilsungs ein hochinteressantes Beispiel für das Leben des Adels und den Zusammenhang von Aristokratie, Besitz und Bildung im Mittelalter. Die hervorragenden Vertreter der Familie waren Äbte in missionarischer Funktion. Leopoldus Ilsung leitete von ca 752 bis 794 als erster Abt die Benediktiner-Abtei Wessobrunn, zwischen 1000 und 1050 engagierten sich die Meringer Ilsungs in Kühbach, und wiederum 100 Jahre später setzte ein Ilsung als Abt im Kloster Heidenheim eine schwierige Reform durch. Von ihm wird überliefert, er sei aus seinem weltlichen Zuhause vertrieben worden, von erzürnten Gegnern seiner Politik. Und tatsächlich berichtet die Chronik Johann Melchior von Ilsung von dem Verfall und der späteren Aufgabe der Grafschaft in eben diesem Zeitraum.

 

Stilles Vermögen, Herkommen und der hohe Bildungsstand der auch als Berater tätigen Grafen ermöglichten den Ilsungs eine positive Entwicklung im Augsburger Patriziat und erneute ausgezeichnete Laufbahnen an der Universität Ingolstadt und als Königlich-Kaiserliche Räte im 15. und 16. Jahrhundert.

 

Der Kommentarband stellt die noch verfügbaren Quellen aus dem Mittelalter in den Transkriptionen der Monumenta Boica und der Monumenta Germaniae Historia zu den von Johann Melchior von Ilsung erwähnten Vorfahren bis zum Jahre 1193 mit Übersetzungen der relevanten lateinischen Textstellen dar und kontextualisiert sie mit allgemeiner Literatur zum Thema. Das Werk ist wissenschaftlich in seiner Herangehensweise, aber auch für interessierte Laien lesbar, u.a. wegen der letztlich sehr ereignisreichen und kulturgeschichtlich relevanten Entwicklung des frühmittelalterlichen Adelshauses, die bis zum Umzug der Ilsungs nach Augsburg dargestellt wird.

Im Verlag sind zahlreiche Titel zum Thema erschienen, die insbesondere den Zusammenhang zwischen den Meringer Ilsungs und dem Nibelungenlied vertiefen.

 

Alle Titel sind innerhalb von zwei bis drei Tagen per Post oder Paketdienst lieferbar.

 

Informationen zu weiteren Titeln sind über die Verlagsseite www.dr-ulrike-ritter.de und die Verzeichnisse des allgemeinen Buchhandels verfügbar.

 

Ulrike Ritter. Zur Ilsungischen Cronica von Johann Melchior von Ilsung 4 Cod Aug 228. Band 1: Referierender Kommentar zum Vorwort und der Genealogie bis zum Jahre 1193. Mering 2011. 216 Seiten. 3 Abb. ISBN 978-3-938791-45-5 EUR 16,90

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